Diese unfassbare Schönheit von Irland ist der beste Grund, um hinzufahren. Gerade bin ich von einer Reise durch den Nordwesten der grünen Insel zurück und es sich hat etwas in mir bewegt. Ich habe keine Ahnung was es war, aber an irgendeinem Punkt hat mein Besuch diese Mischung aus Geborgenheit und Enthusiasmus ausgelöst. Und diese Art von Gefühl ist doch der Grund, aus dem wir reisen. Auch wenn ich Zauberei kein Stück beherrsche, wage ich den Versuch, die entdeckte Magie von Irland in Worte zu fassen.
Die herzlichen Menschen
„Nein nein, nehmt Euren Tee mit“ ermuntert uns Margret lachend und mir irischem Akzent beim Rundgang durch ihr Museum. Dass wir einen warmen Tee haben, ist wichtiger als ihr Vortrag oder die Ausstellung. Oder Kieran, der in seinem Café Nancys Barn mehrmals an unseren Tisch kam, um sicher zu gehen, dass wir auch wirklich und ganz sicher genug Gebäck hätten. Menschen wie Margret oder Kieran traf ich in Irland immer wieder: Fürsorglich, von Herzen offen oder einfach wirklich nett, das beeindruckte mich. Jeder Reisende, mit dem ich gesprochen hatte, hatte die Iren in sein Herz geschlossen.
Das Licht mit unwirklichen Stimmungen
Selbst wenn es nebelig ist, wirkt das Land magisch. Und mit viel Glück kommt die Sonne durch die Wolken und die weißen Cottages und Schafe strahlen wie helle Punkte im dunklen Grün der Landschaft. Oft bleiben einige Wolken am Himmel und oft auch eine Prise Dunst oder Nebel, die die Sonnenstrahlen sichtbar macht. Die Wolken machen das Licht weich, es kommt von mehreren Seiten und Gegenstände werfen keine Schatten. Dieses Licht macht diese manchmal unwirkliche Stimmung in Irland aus.
An einigen Tagen fehlt das Licht völlig, dann kann der Himmel dunkelgrau und drückend sein. Umso schöner ist die Sonne, wenn sie wieder durch die Wolken bricht. Wer diesen Moment in Irland erlebt hat, kennt den Zauber.
Spektakuläre Küsten und eine raue See
Gerade die Westküste Irlands, an der die Wellen des Atlantiks nagen, hat spektakuläre Abschnitte und Klippen (Ring of Kerry, Cliffs of Moher u.a.). Die zerklüftete Küste ist voller Spuren der unmessbaren Kräfte, die diese Landschaft geformt haben müssen. Als ich oben auf den majestätischen hunderte Meter hohen Slieve League Cliffs oder am Malin Head stand, pfiff der Wind so stark wie ich es selten erlebt hatte und brachte den frischen Geruch des Meeres mit. Unter mir schlugen die Wellen gegen den Fels. Diese Mischung aus Weite und rauer Landschaft macht die Atlantikküste aus. Wenn du jemals nach Irland kommen solltest, diese Küste ist es wert entdeckt zu werden!
Die ursprüngliche Landschaft: Grüne Wiesen, Moore und Wasserfälle
Die Landschaften in Irland wechseln sich ab: Grüne Wiesen, oft geteilt von Mauern oder Hecken die das Land vor dem Wind schützen, wirkt ursprünglich und intakt. Manchmal etwas Bergig und mit Bäumen bewachsen, wie am Glenevin Wasserfall. Und in einigen Gegenden im Westen mit weiten Mooren. Ursprünglich, wild und intakt wirkte die Natur in Irland auf mich. Das viele Grün hat noch einen ganz anderen Effekt: Es strahlt Harmonie, Stabilität, Gesundheit, Hoffnung und Vertrauen aus – all diese dem Grün zugeschriebenen Wirkungen waren allgegenwärtig. Ich kam fast auf den Gedanken, dass die Sache mit den Elfen und Legenden vielleicht doch nicht so weit hergeholt ist.
Alte Spuren von uns Menschen
Mitten in dieser Kombination aus magischem Licht und wilder Landschaft stehen die Hinterlassenschaften von uns Menschen. Die ersten kamen direkt nach der Eiszeit vor 9000 Jahren. Kelten und Wikinger waren in diesem Land unterwegs und hinterließen Forts, Steingräber, keltische Kreuze, Ruinen und alte Kirchen. An Orten wie der alten Festung Grianan of Aileach oder in der alten Siedlung Glendalough besuchte ich alte Spuren der Menschheit. In den großen Ruinen beschlich mich das Gefühl, Teil von etwas sehr Altem und Ehrwürdigem zu sein. Der Stoff aus dem Mythen und Legenden sind, ist ein fester und anfassbarer Teil von Irland. Wie faszinierend.
Schafe und Kühe
Sie dürfen nicht fehlen. Sie sind fester Teil der Natur und der Landschaft in Irland und strahlen eine Friedlichkeit aus. Wir alle lieben doch Tiere, nicht wahr?! Und auch Irish Stew, Butter und Käse gehören unbedingt zu einer Irland-Tour!
Die gemütlichen Pubs
„Can I buy you a drink?!“ Der Kontrast zum manchmal grauen kalten Wetter ist der warme Pub. In ihm begrüßt einen immer ein lachendes Gesicht, ein Pint, ein Tee oder ein Whiskey. Gerade in Dublin sind einige der großen Pubs zu „drinking Factories“ geworden, wie sich mal ein Ire beschwerte. Aber es gibt sie immer noch, die „Local Pubs“ in den Wohngegenden oder die kleinen Pubs auf dem Land. Musiker spielen irische Musik und wer schon einen sitzen oder einfach Lust hat, singt die irish drinking songs mit. Wem die Musik gefällt, der kauft den Musikern ein Pint. Der Pub ist so eine Art Wohnzimmer der Iren.
Großartige Menschen und grandiose Natur, nur wenige Länder können auf Reisende so herzlich und berührend wirken. Irland ist wie ein alter Freund. Ich muss ihn mal wieder besuchen.
Abspann: Video vom Nordwesten Irlands
Die Szenen der Reise habe ich in diesem Video gesammelt und die Stimmung und Magie der grünen Insel eingefangen. Schaut unbedingt rein! :)
Hinweis: Vielen Dank an Failte Ireland, die mich auf die Tour entlang des Wild Atlantic Way North West (Co. Sligo und Co. Donegal) eingeladen haben.
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